+49 (0881) 93 83 0

Veröffentlichung: Sozialer Wohnungsbau mit Hindernissen: Mieter können an der Gustavstraße einziehen

Fair und gut wohnen

Bau mit Hindernissen: Bezugsfertig ist der Neubau mit sozial geförderten Wohnungen an der Gustavstraße.


Sozialer Wohnungsbau mit Hindernissen: Mieter können an der Gustavstraße einziehen

Es dauerte länger als gedacht und wurde wesentlich teurer als erwartet. Doch nun können die Mieter in den Neubau an der Gustavstraße in Penzberg einziehen. 23 Sozialwohnungen hat die ,,Wohnbau Weilheim“ geschaffen, von denen drei noch nicht vergeben sind. Die ,,Wohnbau“ hat bereits ein weiteres Projekt in Penzberg im Auge: an der Karlstraße.

Penzberg – In dem neuen dreigeschossigen Mehrfamilienhaus an der Gustavstraße in Penzberg stehen nun 23 sozial geförderte Wohnungen zur Verfügung, darunter 18 Wohnungen mit eineinhalb bis drei Zimmern, der Rest mit vier und fünf Zimmern, alle barrierefrei und eine davon rollstuhlgerecht. Laut Markus Kleinen, Geschäftsführer der ,,Wohnbau Weilheim“, sind 20 der 23 Wohnungen vergeben. Sie sind für Mieter, denen das Landratsamt einen Wohnberechtigungsschein ausgestellt hat. Die Grundmiete beträgt neun Euro pro Quadratmeter. Je nach Einkommen erhalten die Mieter auf 25 Jahre einen staatlichen Zuschuss (zwei, drei oder vier Euro pro Quadratmeter), was ihren Mietanteil entsprechend senkt.

Stadt Penzberg hat 300 Wartende auf der Liste

Ganz fertig sei die Anlage nicht, sagte Kleinen nun bei der offiziellen Schlüsselübergabe mit Landrätin Andrea Jochner-Weiß und Bürgermeisterin Elke Zehetner. Denn die Außenanlagen sind noch eine Baustelle. Man habe die Mieter aber nicht länger warten lassen wollen. Er erklärte auch, wie die Mieter ausgesucht wurden. Die Stadt – sie hat laut Zehetner 300 Wartende auf der Liste – schlägt ihm zufolge zwei oder drei Mieter je Wohnung vor, aus denen die ,,Wohnbau Weilheim“ dann auswähle. Und zwar so, dass ,,eine funktionierende Hausgemeinschaft“ entsteht. Allerdings bedeute dies auch, dass die Hälfte abgelehnt werden muss, ,,was für Unmut sorgt“, wie Kleinen einräumte.

,,Wohnbau Weilheim“: Neubaukosten an Gustavstraße bei 6,6 Millionen Euro

6,6 Millionen Euro hat der Neubau nach aktuellem Stand – laut Kleinen ,,wird es nicht ganz dabei bleiben“ – gekostet. Bei der Planung im Februar 2017 war die ,,Wohnbau“ noch von 5,4 Millionen Euro ausgegangen. Die Mehrkosten werden laut Kleinen aber nicht auf die Miete geschlagen. Was für die ,,Wohnbau“ bedeutet, dass sich dieses Projekt nicht selbst trägt. Finanziert hatte sie es mit Eigenkapital, öffentlichem Zuschuss und zum weit überwiegenden Teil durch Darlehen. Die Stadt Penzberg, die das Grundstück auf Erbpacht zur Verfügung stellte, gewährte ein zinsloses Darlehen über 220  000 Euro.

Gustavstraße: Kohleflöze, harte und weiche Felsen im Untergrund

Was den Bau verteuerte und für Verzögerung sorgte, war der Untergrund. Dort, so Kleinen (,,ein schwieriges Projekt“), steckten allein eine Million Euro. Denn beim Aushub stießen die Arbeiter neben dem erwarteten Seeton auch auf harte und weiche Felsen sowie Kohleflöze. 120 Bohrpfähle mussten in den Boden getrieben werden: ein vier Monate währender ,,Höllenkrach“ für die Anwohner, so Kleinen, der etwas neidisch auf die nahe Baustelle eines Privatunternehmers blickte, der mit solchen Untergrundproblemen nicht zu kämpfen hat. Verzögerungen gab es auch vor dem Baustart im Dezember 2017. Bis August 2016 stand an der Stelle ein Haus mit vier Wohnungen. Ein Mieter wehrte sich lange gegen den Auszug. Außerdem gab es Ärger mit der ersten Tiefbaufirma, was ein halbes Jahr Zeit kostete.

,,Wohnbau Weilheim“: Weiteres Projekt an der Karlstraße – Sanierung oder Neubau

Die seit 71 Jahren bestehende ,,Wohnbau Weilheim“ (die Stadt Penzberg ist eine von acht Gesellschaftern) hat in Penzberg bereits ein weiteres Projekt im Blick: das 50 Jahre alte Haus Karlstraße 32 an der Ecke zur Philippstraße. Momentan, so Kleinen, sei man noch bei der Bestandsuntersuchung. Die Frage ist ihm zufolge, ob es saniert oder abgebrochen und neu gebaut wird. In jedem Fall, so der Wunsch, soll das Haus fünf statt vier Stockwerke erhalten – zur Zeit läuft eine Bebauungsplan-Änderung für das Quartier, um ein Stockwerk höher bauen zu dürfen. Aktuell hat das Haus 16 Wohnungen, Bei einer Sanierung und Aufstockung würden es 20 Wohnungen, bei einem Neubau wahrscheinlich deutlich mehr. Die Entscheidung soll laut Kleinen im Laufe des Jahres fallen.

Zurück zur Gustavstraße: Bei der offiziellen Schlüsselübergabe sprach Landrätin Jochner-Weiß von einem ,,schönen Ereignis in stürmischen Zeiten“ – mit Blick auf Wahlkampf und Wetter. Und Bürgermeisterin Zehetner sagte: ,,Es hat lange gedauert, aber am Schluss zählt das Ergebnis.“ Den Segen sprachen die Pfarrer Bernhard Holz und Julian Lademann. Letzterer zitierte aus der Bibel – vom ,,klugen Mann, der sein Haus auf Fels baut“. Geschäftsführer Kleinen war anzusehen, dass er sich weniger Fels gewünscht hätte.

Bild / Text: Wolfgang Schörner

Quelle: Merkur

Lesen Sie hier den Originalbeitrag: https://www.merkur.de/lokales/weilheim/penzberg-ort29272/penzberg-sozialer-wohnungsbau-mit-hindernissen-mieter-koennen-an-gustavstrasse-einziehen-13569587.html?fbclid=IwAR36DF5g5Ce-cF-bjhFhg5v48xxcgrC4bXu-er5Bu_9pbrnI3gSwFN_IHpUhttps://www.merkur.de/lokales/weilheim/penzberg-ort29272/penzberg-sozialer-wohnungsbau-mit-hindernissen-mieter-koennen-an-gustavstrasse-einziehen-13569587.html?fbclid=IwAR36DF5g5Ce-cF-bjhFhg5v48xxcgrC4bXu-er5Bu_9pbrnI3gSwFN_IHpU

Hier finden Sie den Facebook-Beitrag zur Schlüsselübergabe: https://www.facebook.com/240528196039903/posts/2879288978830465/