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Bauausschuss berät, was mit dem Gelände des alten Schlachthofes passieren soll

Penzberg – Ein Blick durch die staubigen Gläser der weiß gerahmten Fenster geht ins Leere. Die gelbe Bemalung ist ausgeblichen. Der alte Schlachthof an der Karlstraße zeugt von wenig Leben. Dieses soll ihm beziehungsweise dem Gelände wieder eingehaucht werden. Die jüngste Sitzung des Bauausschusses.

Parkplatz, Kindertagesstätte, Wohnungen: Vorschläge, was mit dem Gelände des alten Schlachthofes passieren soll, gibt es viele. Die Eckdaten für eine mögliche Entwicklung präsentierte Stadtbaumeister Justus Klement nun dem Bauausschusss. Allerdings war sich das Gremium bei seiner jüngsten Sitzung nicht recht einig, welche Variante nun zu bevorzugen ist. Deshalb verlegte man sich elegant darauf, eine „innenstadttypische, dichte Bebauung“ weiter zu verfolgen. 

Die Diskussion losgetreten hatte ein Antrag der CSU-Fraktion, die anstelle des alten Gebäudes einen Parkplatz errichten wollte. Wie berichtet, war dies den anderen Fraktionen aber zu banal für eine solch prominente Stelle. Der Wunsch nach einer hochwertigen Lösung wurde lauter, weshalb der Stadtrat das Bauamt beauftragte, mögliche Lösungen zu skizzieren. 

Eine Kindertagesstätte, wie sie Jack Eberl (FLP) gefordert hatte, könnte dort in der Tat untergebracht werden, allerdings wäre das Grundstück dann „komplett ausgeschöpft“, wie Justus Klement darlegte. Um dies zu verdeutlichen, hatte er den Grundriss des neuen St. Franziskus-Kindergartens hinter der Christkönig-Kirche auf den Plan projiziert. Ein Parkplatz wiederum könnte 48 Fahrzeuge fassen, was zwar eine ganze Menge, aber eben auch nicht sonderlich hübsch ist. Bei einer Wohnbebauung hingegen, so sagte Klement mit Verweis auf den Bebauungsplan, seien an dieser Stelle sogar fünf Etagen möglich – vier Stockwerke und ein Dachgeschoß. Und im rückwärtigen Teil könnte immerhin noch zweigeschoßig gebaut werden. 

„Die Geschoße müssten allerdings sorgfältig modelliert werden“, so seine Empfehlung. Generell müsste dann aber die Stellplatzfrage geklärt werden, denn mehr Wohneinheiten ziehen einen größeren Stellplatzbedarf nach sich. Was Klement damit sagen wollte: Eine Wohnbebauung funktioniert an dieser Stelle sicher nur mit einer Tiefgarage. 

Ludwig Schmuck (CSU) rückte daraufhin offen von der bloßen Parkplatz­idee als Interimslösung ab: „Der kostet ja auch Geld“, stellte er fest. Dass ein Kindergarten an dieser Stelle den nahen Spielplatz an der Gustavstraße nutzen könne, wollte Schmuck aber nicht recht glauben. „Das wird haftungsrechtlich in Sachen Aufsicht schwierig“, mutmaßte er. Dem widersprach Klaus Adler (Grüne) allerdings klar und deutlich: „In München haben Kindergärten ganz oft überhaupt keinen eigenen Spielplatz.“ Für Adler ist eine Kindertagesstätte anstelle des alten Schlachthofs jedenfalls klar zu bevorzugen. Dem schloss sich auch Michael Kühberger (FLP) an. Zudem sollte man bei jeder Lösung so viele Parkplätze wie möglich schaffen, forderte Kühberger. Und Manfred Reitmeier (BfP) erinnerte an die vielen Wohneinheiten an der Sigmundstraße und den einhergehenden Stellplatzdruck. Deshalb könnte es an der Karlstraße auch ein Stelzenhaus mit ebenerdigem Parken geben. „Denn wo sonst stellen wir die ganzen Autos hin?“, fragte der BfP-Mann. Bürgermeisterin Elke Zehetner regte schließlich an, auch über Seniorenwohnungen an dieser Stelle nachzudenken, „denn da gilt dann ein anderer Stellplatzschlüssel.“ Bis auf Klaus Adler empfahl der Ausschuss dem Stadtrat schließlich, eine „innenstadttypische, dichte Bebauung“ anzustreben.

Text / Bild: arr

Quelle: DasGelbeBlatt

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